Wer kennt sie nicht, die lustigen Videoclips im Internet mit Missgeschicken bei Videokonferenzen?! Wenn die Katze es sich auf dem Laptop bequem macht, das Kind mit seinem neuesten Spielzeug ins Zimmer stürmt, oder wenn die Kamera so verrutscht, dass zu sehen ist, dass zum Jackett eine nicht ganz passende Jogginghose getragen wird. So lustig für den Außenstehenden diese Fails auch sind, so ärgerlich sind diese bei geschäftlichen Videokonferenzen und Bewerbungsgesprächen, wenn man selbst davon betroffen ist. Um als Bewerber*in den potentiellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen, ist vielmehr ein professionelles Auftreten wichtig. Daher gilt es ein solches virtuelles Gespräch genauso gewissenhaft zu planen und anzugehen wie ein persönliches im Unternehmen vor Ort.

Dazu gehört nicht nur das Einholen von Informationen über den potentiellen Arbeitgeber, um durch Fragen sein Interesse zu zeigen. Auch das Outfit muss komplett so gewählt werden, als ob Sie mit dem Personaler in einem Zimmer wären. Setzen Sie sich auch frühzeitig mit den technischen Voraussetzungen auseinander:

  • Welche Software wird benötigt (z.B. Zoom, Microsoft Teams, Google Meet)?
  • Existiert eine konstante Internetverbindung?
  • Sorgen Sie für einen repräsentativen Hintergrund; gegebenenfalls ändern Sie diesen oder stellen ihn auf unscharf.
  • Richten Sie die Kamera auf Gesicht und Oberkörper. Als Faustregel dient hier „oberhalb vom Tisch“.

Klären Sie diese Punkte bereits mehrere Tage im Voraus, um im Zweifelsfall noch reagieren zu können. Es bietet sich auch an, einen Probelauf mit einem/einer Bekannten zu unternehmen, um Sicherheit zu gewinnen. Nichts versetzt einen mehr in Stress, wenn zur „normalen“ Aufregung eines Bewerbungsgesprächs auch noch die Technik streikt.

Ist der große Tag gekommen, so machen Sie sich klar, dass es sich bei dem Videocall um einen offiziellen, geschäftlichen Termin handelt, auch wenn er im privaten Umfeld stattfindet. Stellen Sie sicher, dass Sie durch Haushaltsgeräusche im Hintergrund nicht gestört werden. Dies beinhaltet auch, dass mögliche Kinder in der Zwischenzeit Sie nicht stören, und organisieren Sie gegebenenfalls eine Aufsichtsperson, die sich um diese kümmert. Ziehen Sie sich an einen Ort mit Privatsphäre zurück, an dem Sie nicht abgelenkt werden, sondern sich voll auf das Gespräch konzentrieren können. Sowohl aus Unternehmenssicht als auch aus dem Blick des Bewerbers bzw. der Bewerberin ist es aber trotz der technischen Möglichkeiten eines virtuellen Gesprächs von elementarer Bedeutung, dass die finale Entscheidung über eine Zusammenarbeit nicht ohne ein persönliches Treffen stattfinden sollte. Der persönliche Eindruck und die zwischenmenschliche Chemie lassen sich nur bei einem Treffen vor Ort abklären.